Landesrunde Jugend forscht 2018

Im Zeitraum vom 10. bis zum 11.04.2018 fand auf dem jenaer Gelände der Imaginata die thüringer Landesrunde des Forscherwettbewerbs „Jugend forscht“ statt. Florian Grunert (10c) nahm daran teil.

Das warme Frühlingswetter am Dienstagmorgen konnte leider nicht dazu beitragen, meine Nervosität vor der Verteidigung der Facharbeit über die exakte Bestimmung der Fallbeschleunigung auf der Erde im Fachgebiet Physik zu verringern. Ebenfalls trug dazu auch nicht der meinige Ausstellungsstand bei, welcher so unglücklich hergerichtet wurde, dass dort Steckdosen nur sporadisch funktionierten, kein Klebeband kleben wollte uns sich kein Schubfach öffnen ließ.
Doch das hinderte mich nicht daran, mein Projekt zunächst den hochrangigen Besuchern, wie beispielsweise unserem „neuen“ Bildungsminister Helmut Holter vorzustellen. Auch er hat sich vor längerer Zeit (erfloglos) mit der Fallbeschleunigung beschäftigt, allerdings im Rahmen einer Hochschulaufnahmeprüfung, wie er mir am Abend mitteilte. Anschließend nahm sich die Jury viel Zeit, um sich ebenfalls mein Projekt vorstellen zu lassen und allerlei kritische Fragen zu stellen.
Im Anschluss an den Jurybesuch war es dann Nachmittag möglich, das Gelände der Imaginata zu besichtigen. Allerdings war es ebenfalls möglich, sich einmal die Konkurrenz näher anzusehen. Der Fachbereich Physik war dabei von allerlei Spezialgymnasiasten geprägt, sodass eine Platzierung unter den ersten dreien oder gar ein Sieg undenkbar waren.
Am Abend wurde dann im Jenaer Volksbad das Abendessen sowie die Sonderpreisverleihung durchgeführt, wobei additiv zu den vorherigen Teilen des Tages viele Kontakte geknüpft werden konnten. Dabei wurde mir auch ein Sonderpreis des Leibniz-Institutes überreicht, mit welchem mich das selbige zu einem zweiwöchigen Praktikum am Leibnis-Institut für Mikrotechnologie in Frankfurt a.O. einlud, um u.a. einen besseren, genaueren, weniger anfälligeren, … Sensor zur Messung der Fallbeschleunigung zu bauen.

Jene, welche dazu in Mobiltelefonen verbaut sind, neigen nämlich dazu, aufgrund der Erwärmung des Sensor mit zunehmender Messdauer einen höheren Messwert anzuzeigen. Das macht diesen Sonsor als Messgerät für die Fallbeschleunigung eher unbrauchbar. Auch gängige Schülerexperimente, wie z.B. das Bestimmen der Fallbeschleunigung über das Weg-Zeit-Gesetz (Gegenstand fallen lassen) oder über das Pendel erreichen nur unzureichende Genauigkeiten. Daher betrachte ich verschiedene Modelle der Erde, um eine möglichst exakte Formel für die Fallbeschleunigung zu finden, mit der ich die diesige abhängig von meinem Standort berechnen kann.
Denn aufgrund der Erdform ist die Beschleunigung nicht überall gleich! Erzählt der Physiklehrer demnächst, die Fallbeschleunigung betrüge 9,81 m/s2, so ist gerne auf mich zu verweisen. Meint ihre Liierte, ihr Gewicht sei zu groß, so reisen sie mit ihr am besten nach Französisch Guyana. Wiegt die Liierte im Norden Kanadas noch 100 kg, so sind es in Guyana schon 99,5 kg.
Die Formel, welche ich schließlich mittels der Potentialtheorie gefunden habe, berücksichtigt zwar die eher kartoffelförmige Erde in ihrer vollen Pracht, hat aber 10 Mio. Summanden. Das bekomme ich gerade nicht mehr im Kopf hin, weshalb ich selbige etwas vereinfachte und nun die Fallbeschleunigung auf 0,001 m/s2 genau bestimmen kann.

Die Unterbringung einiger Teilnehmer erfolgte in Hotels, aber auch in sehr, sehr ruhig gelegenen Jugendherbergen, wie dem „Stern“ bei Jena.
Am darauffolgenden Tag war dann Vormittag die Öffentlichkeit geladen. Leider bestand auch hier wieder, wie bereits beim Regionalwettbewerb, keine Möglichkeit seitens der Lehrenden des Zabel-Gymnasiums, dieser Veranstaltung oder der anschließenden Siegerehrung beizuwohnen. Dafür waren später allerhand andere bekannte Gäste geladen, wobei wieder Kontakte geknüpft und gepflegt werden konnten.

Nach dem Rundgang dieser Gäste kam dann nun die Zeit der Siegerehrung. Mit einer nicht eines jedermannes Musikgeschmack treffenden Unterhaltungskünstlerauswahl untermalt wurden dann die Plätze bekannt gegeben. Dabei wurde bei den jüngeren Schülern der Sparte „Schüler experimentieren“ und mit den dritten Plätzen begonnen. Dementsprechend waren es lange, qualvolle Stunden, bis man schließlich beim Bereich Physik angekommen ist. Dort wurde zunächst der dritte Platz verliehen. Ich war nicht dabei. Danach wurde in allen Kategorien der zweite Platz verliehen. Ich war nicht dabei. Schließlich kamen die Veranstalter zum ersten Platz. Zu meiner Überraschung wurde dabei eine Laudatio verlesen, die genau zu meinem Projekt passte, weshalb ich der Träger dieses Preises sein musste. Damit wurde mir die Ehre zu Teil, das Land nun im Bundeswettbewerb in Darmstadt Ende Mai zu vertreten. Allerdings wird es aufgrund der Abiturprüfungen keinem Lehrenden möglich sein, mich dort zu unterstützen. Der Preis war mit einem Preisgeld im mittleren dreistelligen Bereich dotiert.
Die Preisverleihung kann eingesehen werden unter: https://livestream.com/accounts/80451/Preisverleihung2018 (Zeit: 01:24:20).

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