Der erste Geraer Sieger seit 13 Jahren

Geraer Schüler Gregor Friedrich erreicht ersten Platz bei der Landesphysikolympiade

Gera. Ganz so, wie man sich vielleicht ein Physikgenie vorstellt, sieht Gregor Friedrich wahrlich nicht aus. Keine Hornbrille, kein weißer Laborkittel und auch keine riesiger Stapel Bücher unter dem Arm. Im Gegenteil: Er ist leger gekleidet, lustig, eben ein „normaler Junge“. „Ich bin nicht der Typ,  der abends über ein Buch gebeugt, an seinem Schreibtisch sitzt. Lieber gehe ich mit Freunden weg oder spiele Fußball“, sagt er von sich.

Und doch ist er der erste Geraer Gewinner der Landesphysikolympiade seit mindestens
13 Jahren, weiter reichen die Aufzeichnungen im Internet nicht.

Bereits seit der siebten Klasse nimmt Gregor an der Physikolympiade teil. Auch bei dem Mathe- und sogar dem Englischwettbewerb konnte er schon die zweite und dritte Runde erreichen. Sein größter Erfolg ist nun aber der erste Platz des Physikausscheids. Drei   Stufen musste der 16-Jährige in diesem Jahr bestehen, bevor er sich Landesmeister  Physik nennen konnte. Auf den schulinternen Wettkampf − einer Art Hausaufgabe mit vier  Fragen á zehn Punkten, für deren Bearbeitung die Schüler vier Wochen Zeit hatten − folgte der Wettbewerb des Schulamtsbezirks Gera-Schmölln. 33 von 40 möglichen  Punkten standen am Ende auf Gregors Konto. Damit verbunden: Die Weiterleitung zur 20. Landesphysikolympiade in Illmenau, an der insgesamt knapp 160 Schüler aller  Altersklassen teilnahmen.  Mit 24 von wiederum 40 Punkten konnte er dort in der Gruppe der Zehntklässler eines „Normalgymnasiums“ − naturwissenschaftliche Spezialgymnasien
werden gesondert gewertet − den Sieg einstreichen.

Damit jedoch nicht genug, denn auch über den Sonderpreis der Ernst-Abbe-Stiftung konnte sich der Schüler des  Zabelgymnasiums freuen. Ein Buch im Wert von immerhin knapp 70 Euro wurde so seins.

Allerdings: Richtig nutzen würde ihm das Buch wohl nicht, meint Gregor, der zudem auch stellvertretender Schulsprecher seines Gymnasiums ist. Denn: „Es ist für Studenten gedacht und Physik studieren will ich wahrscheinlich nicht.“ Etwas Naturwissenschaftliches
solle es schon werden, erzählt er weiter, „Medizin würde mich aber mehr reizen.“ Zumal er damit auch in die Fußstapfen des Vaters und Großvaters treten würde. Ob sich seine  Schulkameraden mit ihm freuen? „Ja, weil sie wissen, dass ich kein Streber bin.“ Er lacht:  Und weil ich sie auch mal abschreiben lasse.“

Quelle: OTZ/Tobias Schubert

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