Unterricht für Sportskanonen – Sportklasse

Erste Sportklasse an Geraer Gymnasium gegründet



Von Marie Luise Lapczyna Gera.

24 quirlige Kinder im Alter von zehn und elf Jahren stürmen lautstark durch die Turnhalle, bis Sportlehrer Reinhard Thiel sie an einer Linie antreten lässt und mit einem Lauten „Guten Morgen“ begrüßt. Doch dies ist keine normale Schulklasse. Ab diesem Schuljahr verfügt das Zabelgymnasium als erstes Gymnasium in Gera über eine Sportklasse. Die 24 Schüler der Klasse 5b werden neben dem regulären Lehrplan fünf Stunden Sportunterricht haben; das sind zwei mehr als gewöhnlich.

Jeder der sportbegabten Schüler musste im Vorfeld nachweisen, dass er sich bereits in den vorigen Schuljahren in einem Sportverein, der Fußball, Rollschnelllauf, Leichtathletik oder Schwimmsport anbietet, engagiert hat. Nach diesem Auswahlverfahren ist eine Klasse zusammengekommen, die aus 16 Jungen und acht Mädchen besteht. Mehr geht nicht, auch wenn das Interesse durchaus noch größer gewesen wäre.

„Wir wollen den Sportvereinen entgegen kommen“, berichtet Sportlehrer Reinhard Thiel. „Wir schaffen mit den Kindern die Grundlagen, die für jeden Sport wichtig sind, wie beispielsweise eine gute Ausdauer“, ergänzt die Klassenlehrerin Angelika Henze. „Mit dieser Basis trainieren die Schüler dann nachmittags wie gewohnt in ihren Klubs weiter.“

Jürgen Kepke, Vorsitzender des Schwimmvereins Gera, betont, dass das Hauptaugenmerk für den Leistungsport- Nachwuchs auf Grundschulen liegt, in denen Sportklassen bereits seit längerem angeboten werden. „Natürlich sollen begabte Kinder aber auch im Gymnasium gefördert werden“, begründet Kepke das Vereinsinteresse und hofft auch, dass sich hier zukünftige Übungsleiter finden.

Als Ansporn für sportliche Hochleistungen wird vom Lehrer vor jeder Unterrichtsstunde ausgewertet, wer in seinem Verein neue Erfolge erzielen konnte. Wie viel Disziplin den Kindern abverlangt wird, sieht man erst, wenn man einen Blick auf ihren Tagesablauf wirft: Nach dem regulären Unterricht gibt es Mittagessen mit anschließender Hausaufgabenbetreuung und danach geht jeder zwei bis drei Mal in der Woche für sich in seinem Verein trainieren. Doch für die sportlich-aktiven Kinder scheint das kein Problem zu sein: „Ich will ja schließlich besser werden!“, lässt Marie- Luise Seiß selbstbewusst verlauten. Sie ist eine von drei Schwimmern in der neuen Sportklasse. Auf die Frage ob er denn an einer Profi-Sportkarriere interessiert sei, gibt der Fußballer Jakob Berger zu: „Ja, das wär’ schon nicht schlecht!“. Die Kinder haben jederzeit die Chance, auf ein Sportgymnasium zu wechseln, um ihre Fertigkeiten weiter auszubauen.

Damit sich die Sportler als „verschworene Gemeinschaft“ fühlen, wie Lehrer Thiel formulierte, gab es am Montag weiße Base- Caps und blaue TShirts mit der Aufschrift Sportklasse Zabelgymnasium. „Die passen euch noch bis zur Rente!“, witzelte der Sportlehrer über die etwas weit geschnittenen Oberteile. Das störte die Talente wenig: Mit viel Begeisterung zogen sie die Shirts an, die von Spenden gekauft wurden. Zu „Laufen mit Herz“ am 22. September werden sie das erste Mal offiziell im Einsatz sein.

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